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JobSpezial November 2008
Online-Jobbörsen in der Krise?
Aktuelle Stellenlage bei ausgewählten Online-Jobbörsen

Aufgrund der Vielzahl von Online-Jobbörsen macht es Sinn, sich zu beschränken. Stellvertretend werden nachfolgend die aktuellen Daten von Monster und Jobscout24 herangezogen, um einen ersten Überblick darzustellen. Monster, die weltweit größte Online-Jobbörse aus Amerika, erstellt seinen „Employment-Index“ seit 1994. In Deutschland ist der bekannte Online-Recruiter seit dem Jahr 200 aktiv.

Zurzeit weist der „Employment Index Deutschland“ einen leichten Abfall für den Zeitraum von September bis Oktober von 7 auf 143 Punkten aus. Was bedeutet das im Klartext? Monster erklärt dazu: „Der Wert 100 stellt die durchschnittliche Zahl der Stellenangebote dar, die im Zeitraum Dezember 2004 – November 2005 erfasst wurden.“ Also ist der Wert 100 der Maßstab, an dem es sich zu orientieren gilt. Seit August 2008 war der Index leicht gestiegen. Das gilt auch grundsätzlich für den Jahreszeitraum September 2007 bis September 2008 mit einem Anstieg von 139 auf 150 Punkte. Demzufolge kommt Marco Bertoli, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide, zu dem Schluss: „Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Unruhe und der Finanzkrise suchen deutsche Unternehmen auch weiterhin qualifizierte Mitarbeiter. Dies unterstreicht auch die aktuelle Arbeitslosenquote.“
Zusammengefasst: Der Monster Employment Index lDeutschland liegt nach wie vor klar über dem Orientierungswert von 100. Im Vergleich zum Oktober 2007 liegt der Wert für den Index im Oktober diesen Jahres mit 7 Punkten darüber. Betrachtet man den Index für die einzelnen Bundesländer, so verweist Thorsten zur Jacobsmühlen, Autor des Multimediablogs blogaboutjob auf einen Abfall um 21 Punkte für den Oktober, der ihm zufolge das stärkste Minus im Bundesländervergleich betrifft. Jacobsmühlen weiter: „Den größten Rückgang in Sachen Arbeitsangebote sind im Marketing, PR- und der Medienbranche zu verzeichnen. Hier sind es einem Monat sogar 17 Indexpunkte weniger. So niedrig wie noch nie in diesem Jahr. Ebenfalls nehmen die kaufmännischen Angebote, sowie die Angebote für Hilfskräfte ab. Hier werden die Zeitarbeitsunternehmen wohl immer verhaltener schalten.“ Zuwachs an Stellenangeboten weist der Index für den Monat September 2008 vor allem in den Sektoren Gastronomie- und Tourismus auf, was nicht unbedingt darauf schließen lässt, dass es sich hierbei zumeist um Positionen für Fachkräfte handelt. Das Gegenteil wird wohl der Fall sein.

Fazit: Monster verzeichnet in Deutschland seit Oktober 2008 einen leichten Rückgang bei seinen offenen Vakanzen und das nach einer längeren Wachstumsphase. Damit zeigt sich, dass die weltweit größte Online-Jobbörse, zumindest, was den deutschen Markt betrifft, vor der Krise nicht verschont bleibt. Die Indizes für andere Länder werden folgen, wie zu vermuten steht. Doch sollte festgehalten werden: Der Rückgang von Stellenangeboten ist nach wie vor vergleichsweise gering, gemessen am Rückgang zwischen November 2007 und Januar 2008 mit rund 15 Punkte.
Zu beachten ist auch, dass neben der Konjunkturreagibilität von Online-Jobbörsen diese periodische Ab- und Zunahmen ausgesetzt sind. Ausschlaggebend hierfür können etwa sein Semesterbeginn bzw. –ende, Absolventenzahlen in bestimmten Fachrichtungen, Trends in bestimmten Branchen usw.

Zweites Beispiel für die momentane Situation auf dem Online-Stellenmarkt sind die Daten des „Arbeitsmarkt-Ticker November 2008“ von Jobscout24. Die Daten basieren auf der zugehörigen Jobsuchmaschine Jobs.de und ihren Daten, aufgeschlüsselt nach „Bundesländern und Großstädten, Tätigkeitsbereichen sowie den ausgeschriebenen Positionen. Um die absolute Zahl der ausgeschriebenen Stellen in den jeweiligen Regionen zur Größe des Bundeslandes bzw. des Ballungsraums ins Verhältnis zu setzen, betrachten wir im Folgenden die Zahl der Erwerbstätigen, die auf eine Vakanz kommen. Dieser Wert verhält sich umgekehrt proportional zur Anzahl der freien Stellen: Je niedriger die Zahl der Erwerbstätigen pro ausgeschriebener Stelle ist, desto besser sind die Chancen für Bewerber in der entsprechenden Region.“
Fakt ist aber, das die Zahl an Erwerbstätigen pro offene Stelle zunimmt. Jobscout24 dazu: „Der bundesdeutsche Schnitt der Erwerbstätigen pro ausgeschriebene Stelle setzt auch im Oktober seinen leichten Negativtrend fort und steigt mit 133 statt 131 im September seit Dezember 2007 erneut leicht an.“ Das gleiche gilt aktuell für den November: Der Wert stieg auf 145. Für den einen oder anderen Bewerber ist diese Erkenntnis nicht neu, wenn man z.B. weiß, dass sich auf eine Stelle als Mitarbeiter für Standortförderung einer Stadt im Süddeutschen über 500 Bewerber melden und der Einzelne dies auch so gesagt bekommt…

Alles in allem scheint nach den Ergebnissen der beiden betrachteten Indizes für Online-Stellenangebote ein wenn auch leichter Abwärtstrend einzusetzen. Es ist allerdings nicht absehbar, inwieweit sich dieser verstetigt. Zugleich bedeutet dies für Bewerber in gar keinem Fall, die Hände vors Gesicht zu schlagen und die Bemühungen um einen Job wegen Hoffnungslosigkeit einzustellen. Ganz im Gegenteil. „Ich geb Gas, Vollgas“ könnte das Motto für die nächste Zeit lauten und gilt im Grunde auch für wirtschaftlich gute Zeiten, in welchen auch nicht jeder seinen Traumjob findet.

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