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JobSpezial Juni 2011: Was zahlt sich wirklich aus: Bachelor, Master oder Diplom?
Die Akzeptanz der Hochschulabschlüsse
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Der Bologna-Prozess sollte 2010 offiziell abgeschlossen werden. Wie aber sieht es nun in Deutschland aus? Reicht der Bachelor um als Berufseinsteiger in Unternehmen Fuß zu fassen? Was ist besser angesehen: Master oder Diplom? Was ist der Unterschied zwischen den beiden Abschlüssen und welche anderen gibt es noch? Die Online-Redaktion von alma mater hat sich einmal genauer umgehört und einige Antworten auf diese Fragen gesammelt.
Die verschiedenen Abschlüsse
Bevor jedoch die Akzeptanz der verschiedenen Abschlüsse und damit einhergehend die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen beleuchtet werden, können Sie sich im nachfolgenden einen kurzen Überblick über die gängigsten Abschlüsse verschaffen:
Das Diplom
Typische Studienfächer, die mit einem Diplom abschließen, bzw. abschlossen, sind solche aus den Bereichen Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Meist konzentrieren sich Diplom-Studiengänge auf ein bestimmtes Fach. Alles „Drumherum“ dient der fachlichen Unterstützung. Unterschieden wird beim Diplom nach Art der Hochschule in „Diplom (FH)“, „Diplom (BA)“ und „Diplom (Universität)“. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Diplom-Studiengangs ist man zur Promotion berechtigt, wobei jedoch BA-Studenten sehr gute Noten mitbringen und ein Eignungsfeststellungsverfahren durchlaufen müssen. Aufgrund der Umstellung des Studiensystems in Deutschland sollte es ab 2010 keine Möglichkeit mehr geben, diesen Abschluss zu erlangen.
Der Magister (Artium)
Der Abschluss Magister Artium (kurz: Magister) ist besonders für Studiengänge, die den Geisteswissenschaften zuzuordnen sind, von Bedeutung. Im Gegensatz zum Diplom beispielsweise können in Magister-Studiengängen mehrere Hauptfächer miteinander kombiniert werden. Somit sind Hochschulabsolventen mit einem Magister oft sehr breit aufgestellt. Promovieren können Magister-Absolventen im Regelfall in den Hauptfächern. Auch dieser Abschluss wird von den „neuen“ Abschlüssen Bachelor und Master abgelöst.
Das Staatsexamen, bzw. die Staatsprüfung
Wer einen Lehramtsstudiengang belegt, schließt sein Studium mit dem Staatsexamen ab. Aber auch in Bereich der Medizin und in den Rechtswissenschaften spielen Staatsprüfungen eine wichtige Rolle. Die Besonderheit dieses Abschlusses ist, dass die Studierenden während des Studiums ein Praxisjahr absolvieren müssen. Beispiele dafür sind Referendariate bei Lehrern und Tätigkeiten als „AiP’ler“ (Arzt im Praktikum). Einer Promotion steht auch mit diesem Hochschulabschluss nichts mehr im Weg.
Der Bachelor
Der Bachelor gehört zu den zwei neuen Studienabschlüssen, die ursprünglich ab diesem Jahr das Diplom und teilweise auch den Magister ersetzen sollen. Ein Bachelor-Studiengang zeichnet sich dadurch aus, dass die Regelstudienzeit meist 6 Semester beträgt und dadurch, dass solch ein Studiengang sehr stark praxisorientiert ist. Strebt man eine Promotion an, müssen Bachelor-Studenten erst noch einen Master-Studiengang abschließen.
Der Master
Einen Master-Abschluss erlangt man nach meist zwei Jahren Studium eines speziellen Studiengangs. Um sich für einen solchen Studiengang einzuschreiben ist ein Bachelor- oder Diplom-Abschluss Voraussetzung. Im Gegensatz zum Bachelor-Studiengang werden beim Master eher wissenschaftliche Aspekte gelehrt. Somit eignet sich ein Master-Studium, um sich nach dem Bachelor zu spezialisieren.
Die Promotion
Wer vom Lernen nicht genug hat und ein Thema weiterhin wissenschaftlich vertiefen möchte und zudem Interesse an Forschungsthemen hat, für den könnte eine Promotion interessant sein. Voraussetzung hierfür ist unter anderem ein berechtigender Abschluss: ein Diplom, Master, Magister oder ein Staatsexamen. Während der Promotion beschäftigt man sich normalerweise über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit demselben Thema. Daher sollte man in jedem Fall ein starkes Interesse am Promotionsthema und jede Menge Motivation mitbringen. Hat man seine Doktorarbeit und eine mündliche Prüfung (Rigorosum) oder ein Streitgespräch (Disputation) bestanden, erhält man einen Doktortitel.
Die Habilitation
Die höchste akademische Prüfung in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und verschiedenen osteuropäischen Ländern ist die Habilitation. Die Habilitation ist kein akademischer Grad und im Wesentlichen geht es darum, ob ein Wissenschaftler ein Fach in voller Breite in Forschung und Lehre vertreten kann.
Die Akzeptanz verschiedener Hochschulabschlüsse
Im Allgemeinen gilt, dass die neuen Abschlüsse in den Unternehmen trotz aller Kritik an der Bologna-Reform angekommen sind.
So wurden in der alma mater Gehaltsstudie 2011 die teilnehmen Unternehmen wiederholt gefragt, welche Abschlüsse in ihrem Unternehmen gefragt sind. Das Diplom liegt bei 83% der Unternehmen vorn. Ein Master-Abschluss ist bei 78% der Unternehmen gefragt und der Bachelor bei 73% der Teilnehmer. Diese Angaben sind unabhängig vom Studienfach oder dem späteren Arbeitsbereich der Berufseinsteiger zu sehen. Dennoch zeigen sie deutlich, dass die grundlegende Haltung zu den „neuen“ Abschlüssen positiv ist: Drei von vier Firmen geben Einsteigern mit „neuen Abschlüssen“ eine Chance. Eine aktuelle Studie* zu den Entwicklungen am Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen von Staufenbiel zeigt, dass in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen das universitäre Diplom vorn liegt. Naturwissenschaftler mit einem Bachelor-Abschluss haben somit beispielsweise in nur 53% der Unternehmen eine Chance. Es kommt also auf die Art des Studiengangs und das Unternehmen an, welcher Abschluss am meisten Erfolg bringt. Laut Umfrage wird das universitäre Diplom in wirtschafts-, natur- und ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen sowie in Informatik-Studiengängen am ehesten von den Unternehmen akzeptiert und geschätzt (> 97%). Bei Wirtschaftswissenschaftlern, Informatikern und Naturwissenschaftlern liegt der Master (ohne MBA) mit 96%, 98% und 90% auf dem zweiten Platz. Eine Promotion wird in allen Bereichen gern gesehen, wobei die Akzeptanz in naturwissenschaftlichen Bereichen am höchsten ist (84%). Aus Sicht der Unternehmen lohnt sich der MBA nur für Wirtschaftswissenschaftler (78%), auch wenn er im Bewerbungsprozess in anderen Bereichen Vorteile bringen kann. Absolventen mit einem Bachelor haben in wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen die besten Chancen: 82% der Unternehmen akzeptieren den Bachelor bei WiWis. Aber auch Informatiker und Ingenieure können bei 72 – 80% der Arbeitgeber mit einem Bachelor punkten.
Vor diesem Hintergrund liegt der Gedanke nahe, ob Unternehmen spezielle Einstiegsprogramme für Bachelor- oder auch Master-Absolventen haben und ob die Entwicklungschancen unterschiedlich sind. Auch hierauf gibt die Studie* Antworten: Spezielle Einstiegsprogramme für Berufseinsteiger mit einem Master-Abschluss werden von lediglich 12% der Unternehmen angeboten. Bachelor-Absolventen erhalten in 14% der Unternehmen die Chance, sich speziell einarbeiten zu lassen. Unterschiede bei den Einstiegs- und Entwicklungsperspektiven zwischen Bachelor- und Master-Absolventen machen 47% der Umfrageteilnehmer und so wundert es nicht, dass gut die Hälfte der Unternehmen Unterschiede bei der Bezahlung hinsichtlich der Abschlussarten machen.
Wie die Unterschiede bei den Gehältern von Hochschulabsolventen hinsichtlich der Abschlussarten Bachelor, Master und Diplom aussehen, erfahren Sie im nachstehenden Kapitel dieses JobSpezials.
* Staufenbiel JobTrends Deutschland 2011 – Die Studie zu Entwicklungen am Arbeitsmarkt für Absolventen |
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